Eine Woche für den Frieden – Das World Peace Game

Was passiert, wenn der Stundenplan plötzlich verschwindet, die Klassenzimmer zu Regierungszentralen werden und Schüler:innen über Krieg und Frieden, Hunger, Klimawandel und globale Gerechtigkeit entscheiden? Dann ist World Peace Game am PG St. Ursula.

Seit dem vergangenen Schuljahr ist dieses außergewöhnliche Lernprojekt fest an unserer Schule verankert. Eine ganze Woche lang tauchen die Schüler:innen vollständig in eine komplexe Simulation der Weltpolitik ein – mit all ihren Chancen, Konflikten und Herausforderungen.

Das World Peace Game wurde vor über 30 Jahren vom US-amerikanischen Pädagogen John Hunter entwickelt. Seine Idee: Kinder und Jugendliche sollen nicht nur über Weltgeschehen sprechen, sondern es aktiv erleben und gestalten. In der Simulation übernehmen sie die Rolle von Regierungen einzelner Länder, besetzen Ministerien, vertreten internationale Organisationen und verhandeln über globale Krisen. Hunger, bewaffnete Konflikte, Ressourcenknappheit, Flüchtlingsbewegungen und Klimawandel sind keine abstrakten Begriffe mehr, sondern reale Probleme, die dringend Lösungen brauchen.

Schnell wird klar: Einfache Antworten gibt es nicht. Entscheidungen haben Konsequenzen – oft unerwartete. Manchmal führen gut gemeinte Maßnahmen ins Leere oder verschärfen bestehende Konflikte. Dann heißt es: umdenken, Strategien überarbeiten und Verantwortung übernehmen. Genau darin liegt die besondere Stärke des Spiels. Die Schüler:innen lernen, komplexe Zusammenhänge zu erkennen, Informationen kritisch zu hinterfragen, im Team zu arbeiten und mutig Entscheidungen zu treffen.

Unser langfristiges Ziel ist, dass jede:r Schüler:in im Laufe ihrer bzw. seiner Schulzeit am PG St. Ursula einmal die Möglichkeit hat, das World Peace Game zu erleben. Wenn junge Menschen lernen, gemeinsam aus Chaos Sinn zu schaffen und kreative Lösungen für scheinbar unlösbare Probleme zu entwickeln, dann entsteht etwas ganz Besonderes: Zuversicht. Zuversicht darauf, dass die nächste Generation nicht nur über Frieden spricht, sondern ihn aktiv gestaltet.