Mauthausen und Gusen: Erwartung – Eindruck – Reflexion

Erwartung

Alles, was wir sicher über unseren Ausflug zu den KZ-Gedenkstätten Mauthausen und Gusen wussten, als wir uns an einem grauen Februarmorgen auf den Weg machten, war die Tatsache, dass es ein kalter Tag werden würde. Während der Busfahrt glaubten wir wohl alle, zumindest eine ungefähre Vorstellung davon zu haben, was wir sehen würden – zumindest den Namen Mauthausen hatte wohl jede:r schon einmal gehört und in Geschichte hatten wir uns auf dieses Thema auch vorbereitet. Andererseits war uns auch klar, dass eine Gedenkstätte einen ganz anderen Eindruck ausüben kann als eine Dokumentation – kein Film und keine Geschichtestunde kann im Detail ausdrücken, was man bei einer Führung vor Ort sieht und erfährt. 

Eindruck

Angekommen bei der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, gingen wir zuerst vorbei an zahlreichen Denkmälern, die zum Gedenken an die vielen Opfer errichtet worden waren, darunter die Klagemauer, die der Opfer unterschiedlichster Nationen gedenkt, und dann weiter zu den Baracken, in denen die Häftlinge Tag für Tag schlafen und arbeiten mussten, eingeschlossen von meterhohen, unüberwindbaren Mauern.
Besonders nahe gegangen ist uns die sogenannte Fallschirmspringerklippe, an der unzählige Menschen ihr Leben verloren, nicht nur durch die harte Arbeit beim Abbau von Granit, sondern auch durch gezielte Gewalt.
Zum Schluss des Rundgangs schlugen wir den Weg in das Museum ein, wo uns die Geschichte des Lagers noch einmal vor Augen geführt wurde. Anhand von Bildern und Dokumenten wurde deutlich, wie systematisch und organisiert das Vorgehen der Nationalsozialisten war.
Unterhalb des Gefängnisses betraten wir den Raum der Namen, der durch seine Schlichtheit besonders eindrucksvoll war. Anschließend besichtigten wir das Krematorium, in dem sich noch die originalen Öfen befinden, sowie die Gaskammern des Lagers. Diese Orte zeigten auf sachliche und nüchterne Weise das Ausmaß der Verbrechen.
Als letztes fuhren wir nach Gusen, einem Ort, in dem sich ebenfalls ein Konzentrationslager befand, das heute größtenteils überbaut ist. Dort sahen wir das Jourhaus mit dem ehemaligen Eingangstor zum KZ und dem Verwaltungsgebäude der SS sowie die zur Erinnerung errichtete Gedenkstätte innerhalb des Ortes.

Reflexion

Ich glaube, uns allen ist bewusst, dass an diesen Orten grausame Dinge passiert sind, die man weder schönreden kann noch darf. Wir haben zwar schon schönere oder lustigere Ausflüge gemacht, trotzdem war dieser ein wertvoller und wichtiger. Es ist wichtig, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, was damals geschehen ist.

Wir haben gelernt, dass Menschen unterschiedlich mit solchen Orten umgehen und dass Erinnerungskultur verschiedene Formen annehmen kann, die alle auf ihre Weise berechtigt sind. Entscheidend ist, sich mit diesen schweren Themen auseinanderzusetzen, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen und auch das eigene Handeln, Denken und den Umgang mit Sprache zu reflektieren. Wir können nicht ändern, was in der Vergangenheit geschehen ist, aber wir können beeinflussen, mit welchem Blick wir darauf zurückschauen und wie wir unsere Zukunft gestalten. Es liegt in unserer Verantwortung, dass so etwas nie wieder passiert. Dieser Ausflug hat uns noch einmal deutlich vor Augen geführt, dass eine solche Entmenschlichung sich nicht wiederholen darf und wir dieser Verantwortung nachkommen müssen.

(Clara, 8A – Louisa, 8R – Sara, 8B)